Kapitaldienstfähigkeit
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Artikelnummer 961400
Verlag DG VERLAG
Auflage 2. überarbeitete und erweiterte Auflage 2012
Erscheinungsdatum 08. Oktober 2012
Umfang 552 Seiten
Format 16,8 x 23,5 cm
Einband kartoniert
Autoren Prof. Dr. Ulrich Bantleon, Gerhard Schorr

Die Ermittlung der Kapitaldienstfähigkeit als zentrales Bonitätskriterium gehört zur täglichen Praxis der Kreditbearbeitung. Für die Kreditwirtschaft, deren Wirtschaftsprüfer, Steuerberater bzw. Unternehmensberater ist die Ermittlung bzw. Beurteilung der Bonität von Kreditnehmern mittels der Kapitaldienstfähigkeit langjährige Übung.

Dagegen wurden Kreditnehmer und ihre Wirtschaftsprüfer, Steuerberater bzw. Unternehmensberater mit der Kapitaldienstfähigkeit durch die Banken erst in den letzten Jahren nachhaltig konfrontiert. Zusätzlich rückte auch Basel II mit seiner Forderung, die wirtschaftlichen Verhältnisse von Kreditnehmern umfassend und strukturiert zu analysieren, Kennzahlen wie die Kapitaldienstfähigkeit besonders ins Blickfeld der Öffentlichkeit.

Ziel des Buches ist es, die Methodik der Kapitaldienstfähigkeitsrechnung zu beschreiben, sie in die Analyseinstrumentarien der Rechnungslegung einzuordnen sowie umfangreiche Hinweise zur praktischen Handhabung zu geben.

Da es sich um ein Grundlagenwerk handelt, wurde auf eine umfassende Übertragung des entwickelten Systems auf rechtsformspezifische, branchenspezifische und unternehmensstrukturspezifische Besonderheiten verzichtet.

Die Verfasser gewichten den Praxisbezug sehr stark. Dem interessierten Leser werden durch Quellenangaben Möglichkeiten zur weiteren Vertiefung gezeigt.

In Kapitel 2 wird nach der Einführung und der Darstellung von Grundlagen insbesondere der aktuelle Diskussionsstand aufgezeigt und es werden die verwendeten Definitionen eingeführt.

Die angewandte Methodik für die Kapitaldienstfähigkeitsrechnung wird in Kapitel 3 entwickelt und in einen Gesamtrahmen der Rechnungslegung eingeordnet, außerdem werden alternative Konzepte vorgestellt und bewertet. Danach erfolgt die gesonderte Behandlung der beiden Säulen der Kapitaldienstfähigkeitsrechnung:

Ermittlung des Kapitaldiensts (Kapitel 4 und 5) und

Ermittlung des erweiterten Cashflows (Kapitel 6 und 7).

Angesichts der wachsenden Bedeutung steuerlicher Fragestellungen für die Kapitaldienstfähigkeit werden diese ebenfalls in Kapitel 7 ausführlich behandelt.

Es ist außerdem notwendig, die rein rechnerische Beurteilung der Kapitaldienstfähigkeit um die Risikolage des Kreditnehmers zu erweitern. Eine Darstellung der wesentlichen Risiken erfolgt im Kapitel 8.

Die Aussagekraft einer Betriebswirtschaftlichen Auswertung und die Anforderungen an Planungsrechnungen werden im Kapitel 9 einer gesonderten Betrachtung unterzogen.

Die Analyse der Kapitaldienstfähigkeit von Unternehmensgruppen erfordert besondere Ansätze. Diese werden in Kapitel 10 am Beispiel der Betriebsaufspaltung ausführlich dargestellt.

Kapitel 11 stellt grundlegend die Herausforderungen der Kapitaldienstfähigkeitsbeurteilung auf Basis einer Rechnungslegung nach IFRS dar.

Der Fragestellung „Wiedererreichung der Kapitaldienstfähigkeit“ wird ein eigenes Kapitel (Kapitel 12) eingeräumt.

Falls Risikoabschirmung im Jahresabschluss bei nicht gegebener Kapitaldienstfähigkeit notwendig ist, stellt sich die Frage, ob der Umfang der Risikoabschirmung nur mit „ganz oder gar nicht“ zu beantworten ist oder ob Teilabschirmungen unter Teilkapitaldienstfähigkeitskalkülen angemessen sind und welche Konkretisierungen ggf. hierfür zu fordern sind. Diese Fragestellungen werden im Kapitel 13 diskutiert.

Kapitel 14 behandelt aktuelle Entwicklungen. Es wird z. B. die Integration der Kapitaldienstfähigkeit in die internen Rating-Konzepte nach Basel II dargestellt und analysiert.

Das Buch schließt in Kapitel 15 mit einer Fallstudie ab. Dies erleichtert dem Leser die Wissensaufnahme und führt ihn in die praktische Umsetzung ein.

Die Notwendigkeit einer zweiten Auflage ergibt sich einerseits aus den Änderungen der allgemeinen Rahmenbedingungen. Dies betrifft vor allem bankaufsichtsrechtliche Änderungen, insbesondere die MaRisk und die Solvabilitätsverordnung, diverse gesellschafts- und steuerrechtliche Änderungen, die Weiterentwicklung der nationalen Rechnungslegung durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) sowie die zunehmende Bedeutung der internationalen Rechnungslegung bei kapitalmarktorientierten Unternehmen. Andererseits erweitert sich die Beurteilungsperspektive um die Chancen- und Risikolage des Kreditnehmers. Weitere zentrale Änderungen im Vergleich zur ersten Auflage sind die ausführlichere Darstellung der Kreditnehmer- bzw. Risikoeinheit gemäß § 19 (2) KWG, die berufsständischen Regelungen zur Erstellung von Jahresabschlüssen, die vertiefte Auseinandersetzung mit der Verschuldungskapazität (Debt Capacity) als pauschalisierendem Konzept der Kapitaldienstfähigkeit, die kritische Diskussion des „Free Cashflow“, die Berücksichtigung von Leasing sowie Covenants als Instrument zur Risikofrüherkennung bzw. Kreditüberwachung, die vertiefte Darstellung der Analyse der Risikolage wie auch Überlegungen zu Mezzaninen Finanzierungen. Die im Mittelstand sehr verbreitete Konstruktion der Betriebsaufspaltung, die Besteuerung von Personengesellschaften wie auch Probleme bei der Bonitätsbeurteilung im Konzern werden ausführlicher als bisher dargestellt. Methodisch wurde das Buch um eine ganzheitlich angelegte Fallstudie am Schluss erweitert. Dies erleichtert dem Leser die Wissensaufnahme und führt ihn konkret auch in die praktische Umsetzung ein.

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